Teil 2: Wer hat die Gans gestohlen oder von gutem Wein und leuchtenden Lichtern

Freitag später Nachmittag, egal wo ihr hinseht, es laufen Menschen in Horden auf den Straßen herum. In Neusiedl, Weiden, Gols, Podersdorf, Illmitz oder Apetlon, sie sind überall und verschwinden in den Kellern. Was ist passiert? Ist da eine Naturkatastrophe im Anrollen und ihr habt es nicht mitbekommen? Nur keine Panik, es ist keine Evakuierung im Gange und ihr habt auch nicht wirklich was verpasst. Oder ist euch etwa entgangen, dass dieses Wochenende Martiniloben ist?

Da wir die Frage „Wer die Gans gestohlen hat“ ja letzte Woche schon geklärt haben, möchte ich euch in diesem Beitrag ein wenig über andere Bräuche zu Martini bei uns im Burgenland erzählen. Martiniloben ist einer davon. Dabei handelt es sich um einen alten Brauch der Winzer. Bis zum 11. November in etwa dauerte die Reifezeit des jungen Weißweines, erst dann überzeugten sich die Weinbauern zum ersten Mal von der Qualität ihres Jungweines. Diesem alten Brauch folgend öffnen jedes Jahr im November die seewinkler Winzer ihre Kellertüren für Einheimische und Touristen. Für eine kleine – ich nenn es hier mal „Spende“ – kann die oder der WeintrinkerIn von Keller zu Keller wandern oder zur späteren Stunde dann doch schon eher wackeln und sich durch alle Weinsorten der Winzer probieren. Das ist das Highlight für alle Weinliebhaberinnen und Weinliebhaber im Jahr, vorausgesetzt der Wein schmeckt. Um euch bei der Suche nach einem guten Wein zu helfen, gebe ich euch hier einen guten Tipp. Denn ich als ebenfalls Weintrinkerin, aber nur weiß und rosé, schloss mich natürlich den Menschenmassen an und war schon letztes Wochenende Martiniloben.

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Ein weiterer Brauch, welcher von den meisten Kindern sehr geliebt wird, ist der Laternenumzug. Dafür proben die Kinder im Kindergarten schon Wochen vorher und gehen dann ganz stolz mit ihren Laternen und singen das „Laternenlied“. Natürlich darf Mama, Papa, Oma und wer noch so alles dazugehört nicht fehlen, um mit vollem Stolz dem Kind zu zuwinken. Traurig nur, dass in den heutigen Laternen die echten Teelichter durch LED-Lichter ersetzt wurden. Ja ich weiß, LED-Lichter sind ja viel besser wegen Brandschutz, Verbrennungsgefahr und so. Aber seinen wir ehrlich! Wer von euch war denn damals nicht ganz stolz, dass in seiner Laterne ein echtes Licht war!? Denn Tag ein und Tag aus wurde uns erzählt: Messer, Schere, LICHT gehört für kleine Kinder nicht! Und dann kam DER Tag, an dem wir mit einer echten brennenden Kerze alleine spazieren gehen durften. Und wer von euch hat nicht mit allen Bemühungen darauf geachtet, dass dieses Licht auf keinen Fall umfällt, verrutscht oder sogar ausgeht. Das war doch eigentlich die Challenge der ganzen Sache. Ok, so nebenbei haben die leuchtenden Lichter auch ganz schön geleuchtet in der Dunkelheit und unsere selbst gebastelte Laterne war natürlich auch viel schöner als die von den anderen, versteht sich ja von selbst…

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